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Samstag, 18 November 2017 @ 01:40 Uhr

Stiefelchen, der Wald und die Tiere

Das kleine Mädchen Stiefelchen ist oft traurig, weil es immer alleine zu Hause ist. Ihr größter Wunsch ist es, dass Christkind zu sehen. Auf der Suche nach dem Christkind begegnet sie den Tieren des Waldes und freundet sie sich mit ihnen an. Besonders ins Herz geschlossen hat sie das Rehchen und den Bär, der auf sie aufpasst. Gemeinsam erleben sie die Vorweihnachtszeit. »Siefelchen, der Wald und die Tiere« ist eine klassische Geschichte zum Vorlesen für Kinder im Vorschulalter.

ISBN: 978-3957447579
http://www.baerenhund-witten.de
Stiefelchen, der Wald und die Tiere- Leseprobe


In einer großen Stadt wohnte eine junge Familie: Vater, Mutter und eine kleine Tochter. Die Eltern hatte der Kleinen den Namen Stiefelchen gegeben. Und warum, das soll euch dieses Märchen erzählen.


Stiefelchen war fast fünf Jahre alt und ein hübsches und sehr kluges Kind.


Es hatte immer die tollsten Einfälle, und die Eltern waren bei ihm vor Überraschungen nicht sicher.


Stiefelchen war tagsüber fast immer alleine.


Der Vater arbeitet in einer Fabrik, die Mutter in einem Büro.


Es war furchtbar.


Morgens nach dem Frühstück räumte die Mutter schnell ein bisschen auf, stellte das Frühstück für Stiefelchen bereit, warf noch einen Blick ins Kinderzimmer und verschwand.


Wenn Stiefelchen dann noch ganz verschlafen aus seinem Bettchen kroch, war die Wohnung, außer samstags und sonntags, leer; immer wieder leer.


Stiefelchen war ein sehr fröhliches und lustiges Kind.


Es hatte ja auch alles zum Spielen, was es sich wünschte.


Aber das hätte es zu gerne abgegeben, wenn es dafür wie andere Kinder Großeltern und Geschwister hätte.


Am schlimmsten war es, wenn es den ganzen Tag regnete.


Dann schaute die Kleine oft stundenlang zum Fenster raus.


Heute war wieder so ein verflixter Tag.


Stiefelchen hat sich seinen Regelmantel geholt und ist auf den Bürgersteig gerannt.


Da hat es aus Versehen eine Frau angerempelt.


Die schrie gleich los: „Hast du keine Augen im Kopf, du dummes Ding? Pass das nächste Mal gefälligst besser auf.“


Stiefelchen war ganz traurig: „Warum bist du so böse? Ich habe es doch gar nicht absichtlich gemacht.“


Es wäre so gern zur Mutti gelaufen und hätte ihr seinen Kummer erzählt, aber die war ja nie da, wenn Stiefelchen sie brauchte.


Kam dann die Mutter nachmittags todmüde nach Hause, traute die Kleine sich nicht, etwas zu sagen.


Es tat ihr einfach zu leid.


Aber langsam verlor Stiefelchen seinen Frohsinn.


Die Mutti hat bei all ihrer Arbeit gar nichts gemerkt.


Aber an einem Abend fragte sie plötzlich: „Stiefelchen, was ist geschehen?“


„Ach, Mutti, ich möchte so gerne zum Christkind gehen. Da wäre ich nicht wie hier so alleine. Da ist der Nikolaus und viele, viele Engelein.“


„Stiefelchen, weißt du denn nicht, wo das Christkind wohnt? Dass es hoch oben im Himmel wohnt? Der Weg dorthin ist viel zu weit, dass es kein Mensch dort oben erreicht.“


„Mutti, ich könnte doch mit einem Flugzeug fliegen.“


„Und woher willst du das Geld kriegen?“


„Ich weiß, Mutti, einer nimmt mich mit, wenn er mein ganzes Sparschwein dafür kriegt. Ich will das Christkindchen doch gar nicht stören, nur zusehen und zuhören. Vielleicht kann ich ihm auch ein bisschen behilflich sein. Sag, Mutti, siehst du das ein?“


„Ach, Stiefelchen, ich werde dir heute ein ganz besonders schönes Märchen erzählen. Und das mit dem Christkind vergisst du ganz schnell wieder. Den Wunsch kann dir kein Mensch erfüllen.“


Sie hat Stiefelchen versprochen, im nächsten Jahr nicht mehr zu arbeiten, und dachte, damit wäre das Problem gelöst.


Aber da hatte sie sich geirrt.


So schnell gab ihr Stiefelchen nicht auf.


Was es sich mal in ihr Köpfchen gesetzt hatte, das führte es auch aus.


Am Abend schaute es in den Himmel und sagte: „Du, guter Mond, und ihr, meine lieben Sterne, müsst mir bitte, bitte den Weg zum Christkind zeigen.“


Es glaubte, der Mond hätte Ja zu seinem Vorschlag gesagt.


Stiefelchen kroch aus seinem Bettchen und lauschte an der Tür, ob seine Eltern schon schliefen.

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