Gefährten der Hoffnung-Eriks Suche

<br />In „Gefährten der Hoffnung – Eriks Suche" entspinnt sich die Geschichte rund um den Protagonisten Erik, der in einer vom Untergang bedrohten Welt voller Gefahren seine große Liebe Irinskat findet. Als wertvolle Unterstützung an seiner Seite findet er Odin, einen riesigen Bärenhund, der gemeinsam mit ihm auf die spannende Suche nach der entführten Irinskat und ihrer Tochter Nanuk geht. Bereits ab dem ersten Kapitel erhalten Leser einen besonderen Einblick in die Gedankenwelt eines Waldkauzes, der das Geschehen auf gekonnte und unterhaltsame Weise kommentiert. Diese ungewöhnliche Perspektive erzeugt eine besondere Atmosphäre und bietet dem Leser ein einzigartiges Lesevergnügen.
<br />Textprobe
"...Beginn der Verfolgung
Langsam zog ich immer größer werdende Kreise um Eriks Anwesen. Es dauerte kaum zehn Minuten, da sah ich sie: einen Trupp von zwei Dutzend Menschen, beritten und mit Schusswaffen ausgerüstet. Sie bewegten sich diszipliniert wie eine Armeeeinheit. Ich flog etwas tiefer. Mein Herz pochte. Vor Schusswaffen hatte ich eine Heidenangst. Ich flog dicht zu dem einzigen Planwagen der Kolonne. Unter der Plane konnte ich zwei gefesselte Silhouetten erkennen: Irinskat und Nanuk. Sie lebten. Sofort stieg ich wieder in sichere Höhen auf und machte mich auf den Rückweg. In Durchholz angekommen, spürte ich sofort den Kontakt mit Odin. Langsam gewöhnte ich mich daran. Der Hund sah Erik in die Augen; ein stummes Gespräch. Ein kaltes Lächeln stahl sich in Eriks Gesicht. Er griff seinen Rucksack, band seine Waffen um und marschierte los. Ich schraubte mich wieder in die Höhe. Odin hielt jetzt ständig den Kontakt zu mir. Mit den beiden Bodenbewohnern im Schlepp brauchte ich fast eine Stunde bis zum Lager. Es war leer! Odins Enttäuschung war für mich fast körperlich zu spüren. 24 Erik zog sein Schwert und suchte aufmerksam den Lagerplatz ab. Ich hörte eine Maus. Lautlos glitt ich tiefer. Ich konnte das frische Blut fast schon schmecken. »Au!« Odin hatte fest nach meinem Geist gegriffen. Ich geriet ins Trudeln. Erst kurz vor dem Boden konnte ich mich wieder fangen. Ich hatte verstanden. Okay, dann eben kein Essen. Ob Lea wohl ahnte, was ich alles durchmachte, um für sie ein Held zu sein? Ich flog wieder höher und kreiste über dem verlassenen Lager. »Odin, sie bewegen sich in Richtung der alten Sauerlandlinie.« Der Hund sah den Menschen an. »Kommt, sofort weiter!« Erik wollte keine Sekunde verlieren. In Höhe der Baumwipfel flog ich in Richtung der alten Autobahn. Früher hatte ich hier mal gejagt. Auf dem Asphalt hatten die Nager keine Chance. Ich musste aber nach kurzer Zeit flüchten. Ein alter Uhu hatte die Bahn als sein Revier bestimmt. Beinahe hätte er mich zerfetzt. Ein paar Narben unter meinem Bauch zeugen von dem Angriff. Vorsichtig näherte ich mich der Autobahn. Hier musste ich auf zwei sehr unterschiedliche Feinde aufpassen. Die Plünderer konnte ich schon hören; kein Problem. Der Uhu aber konnte sich genauso lautlos bewegen wie ich.
Vorsichtig näherte ich mich den Plünderern. Es gab jede Menge Deckung. Ich kam ganz nahe heran, nahm all meinen Mut zusammen und flog zu dem Wagen, in dem Irinskat und Nanuk eingesperrt waren. Nanuk erkannte mich sofort, aber sie zuckte nicht einmal. Braves Mädchen. Ich flog zurück in die Deckung der Büsche. Dort hockte ich mich auf einen Ast. Ich war mir sicher, der Hund hatte den Kontakt nicht abgebrochen. Langsam entspannte ich mich. Da ließ mich ein Gefühl umdrehen. Ein scharfer Schmerz fraß sich in mein Auge. Ich ließ mich fallen und glitt in die untersten Büsche. Der Uhu! Hätte ich mich nicht umgedreht, wäre mein Kopf jetzt Matsche und ich Uhu-Futter. Auf der Flucht vor der großen Eule kroch ich durchs Unterholz. Mein Kopf zuckte ständig in alle Richtungen. Meine Brust bebte vor Angst. Die alte Eule konnte vollkommen geräuschlos fliegen. Ich würde sie erst bemerken, wenn sich ihre Krallen in meinen Körper bohrten. Zu fliegen wagte ich nicht. Der Uhu war weitaus stärker als ich. Zudem war er schneller und fast genauso ausdauernd. Einzig meine geringe Größe konnte mich retten. Ich war im Unterholz fast unsichtbar. Mit dem Blut floss auch meine Kraft langsam aus mir hinaus.
»Kiep!« Direkt vor mir tauchten zwei riesige Augen auf; Odin! Der Hund bewegte sich noch lautloser als der Uhu. Du dämliches Vieh! Willst du mich umbringen?, dachte ich. An dem leichten Hochziehen der Lefzen erkannte ich, dass er mich ganz genau verstanden hatte; verfluchte Telepathie. Odin gab mir zu verstehen, auf seinen Rücken zu klettern. Okay, ich krallte mich in seinem Fell fest. Los ging’s! In vollem Tempo Richtung Erik. Da tauchte der Uhu im Tiefflug vor uns auf, die tödlichen Krallen voran. Odin schaute kurz hoch. Die Temperatur schien zu sinken. Der Uhu stürzte fast ab, fing sich gerade noch und suchte das Weite. Wir hetzten weiter durchs Gestrüpp, zurück zu Erik. Bereits nach wenigen Minuten tauchte er vor uns auf. Im schnellen Trab hatte er schon fast zu uns aufgeschlossen. Besorgt schaute Erik mich an. Vorsichtig tastete er mich ab. »Hm, nichts gebrochen.« Er reinigte und desinfizierte meine Wunden. »Versuch mal zu fliegen«, meinte er. Vorsichtig streckte ich meine Flügel aus und flatterte langsam los. Es tat höllisch weh, aber es funktionierte.
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3957202659
Auch als Ebook und Hörbuch.

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