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Sonntag, 24 September 2017 @ 21:30 Uhr


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 Mein erster Versuch für eine Fantasy Story
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Von: Jay_Roth (offline) am Samstag, 28 Mrz 2015 @ 17:26 Uhr (1913 Mal gelesen)  
Jay_Roth

Ich hoffe das doppelt sich jetzt nicht...mein erster Versuch das hochzuladen ging irgendwie in die Hose :/

Naja dann nochmal. Ich habe mich bisher auf lustige Bücher beschränkt. Skurril und Witzig.
Seit letztem Wochenende brennt in mir allerdings die Idee ein Fantasy Buch zu schreiben und deshalb habe ich mich da mal dran gesetzt. Das Ergebnis meiner ersten Woche möchte ich euch nicht vorenthalten und bitte um reichlich Kritik. Bin hart im Nehmen!

Und wenn sich irgendwie Rechtsschreibfehler einschleichen tut mir das Leid. Hab das ganze immer nachts, nach der Arbeit, geschrieben und war nicht immer ganz fit. Naja...bis neulich!

1.Kapitel

Der Beginn

Winter 1989. Kalte und eisige Böen pfeifen durch die Nacht und bedecken die Scheibe von Henry´s Wagen immer wieder mit kleinen Schneeflocken, die wiederum vom Scheibenwischer entfernt werden. Zum wiederholten Male klingelte Henry´s Telefon. Mit hektischer Stimme geht er ran. „Ja?....Ja ich bin auf dem Weg. Bleib ganz ruhig Schatz ich bin in 10 Minuten da!“
Henry beschleunigte auf 130km/h und flog regelrecht durch die verschneite Landschaft. Unterbrochen wurde sein leises Atmen durch den Mann im Radio „...die Debatte über die Rechte der Tera-Menschen geht weiter. Der Polizeichef von London machte darauf aufmerksam, dass die Tera-Menschen mit ihren paranormalen Fähigkeiten und Erscheinungen eine Gefahr dar stellen und zwar für alle. Aus diesem Grund müsse man Sie in Gewahrsam nehmen, bis ihre Fähigkeit genau untersucht wurde. Dabei verwies er einerseits auf den Anschlag von Tera-Menschen auf das Polizeipräsidium von London vergangener Woche, anderseits machte er darauf aufmerksam, dass Tera-Menschen die mit der Regierung kooperieren ein angemessenes Leben führen können.“

Für Henry war diese Diskussion lästig geworden. Er selbst ist ein Tera-Mensch und hatte sich schon vor einigen Jahren dazu bekannt und ist nun angesehen und erfolgreich. Doch all das war nun zweitrangig, denn er steuerte seinen Aston Martin gerade auf den Parkplatz des Krankenhauses. Er stürmte hinein und rannte zur Entbindungsstation. Die Hebamme hielt gerade ein Baby im Arm und reichte es der Mutter. Nun war er glücklicher Vater von zwei Söhnen. Seine Frau hielt das Neugeborene im Arm während Henry seinen acht Jahre alten Sohn Chase umarmte. „Herzlichen Glückwunsch Mister St. John! Es ist ein gesunder 3,6 Kilo schwerer Junge.“ sagte die Hebamme, und verließ den Raum. Henry und Chase widmeten sich nun dem Baby und der erschöpften Mutter, die trotz allem was sie in den letzten 3 Stunden durchgemacht hatte entspannt und glücklich wirkte. Vielleicht geht es jeder Mutter so, vielleicht aber auch nicht! „Siehst du Mary...ich sagte doch es geht alles glatt“, flüsterte Henry. „Blödsinn! Du warst jede Minute in Sorge und hättest mich am liebsten vor 3 Monaten ins Krankenhaus gesteckt“ sagte Mary mit doch stark erschöpfter Stimme.
Mary übergab das Baby an Henry, der es so hielt, dass auch Robert das kleine verträumte Gesicht sehen konnte.
„Siehst du Chase? Das ist dein kleiner Bruder!“ erklärte Henry und ehe er weiter reden konnte, schritt ein Mann im weißem Kittel durch die Türe. Er war relativ groß. Bestimmt 1,95m, aber auch mit einer der ordentlichen Figur und einem sehr freundlichen Gesicht. Er wandte sich umgehend den St. John´s zu: „Tja ich kann doch da nur noch gratulieren! Wir machen jetzt noch ein paar Tests über die Nacht aber gleich morgen können Sie als vierköpfige Familie nach Hause fahren.

Als die Familie am nächsten Morgen nach Hause kam hielt die Limousine vor einem riesigem Anwesen. Es glich einem Palast. Ein großes Haus mit einigen Türmen und einer Grünfläche die so groß war, dass das Ende kaum sichtbar war. Hinter dem Haus lag ein großer Pool der von noch einer viel größeren, gekachelten Terrasse umgeben ist.
Als die Familie ins Haus eintrat fanden sie sich in einen lächerlich großen Saal wieder der mit aufwendig aussehenden Wandgemälden verziert war. Eine große Treppe führte in das zweite Stockwerk, doch war sie momentan durch eine Schar an Menschen versperrt. Einer dieser Personen trat nach vorne. Er trug einen feinen schwarzen Anzug mit einem weißem Hemd und einer dunkelblauen Krawatte. „Ich bin sehr erfreut Sie alle gesund und munter zu sehen,“ sagte er mit einer feinen und typisch englischen Stimme. „Danke Robert!“ entgegnete Henry ihm, „bereiten Sie bitte das Schlafzimmer für meine Frau vor und sagen Sie den Termin bei Regis International ab.“ fuhr er fort. „Sofort Sir!“, sagte Robert und verbeugte sich, „Darf ich fragen wie der kleine Junge denn nun heißt?“
Ratlos sahen sich Henry und Mary an. Schweigen. „Wie wäre es mit Jack?“ brach Henry die Ruhe. „Lewis?“ entgegnete Mary. „Stanley.“ … So flogen einige Namen durch den Raum ehe Robert dazwischen funkte: „Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte.“ Gespannt schaute die versammelte Menge auf Robert. „Wie wäre es denn...mit Aaron?“. Erneutes Schweigen.
„Aaron ist ein schöner Name! Ein würdiger Name.“ segnete Henry den Vorschlag ab. Mary lächelte, nickte und drückte den kleinen Jungen an sich.
„Robert, ich denke es ist Zeit für die Nachtruhe.“, sagte Henry mit ruhiger Stimme woraufhin sich alle zurückzogen und den stolzen Eltern die verdiente Ruhe boten.
Es dauerte seine Zeit, ehe Mary und Henry den kleinen Aaron zu Bett gebracht hatten und selbst Ihre Ruhe hatten. „Ich weiß du redest nicht gerne drüber“, begann Mary „aber was glaubst du...Ist er wie du?“ Henry schwieg eine Weile und legte seine Stirn in Falten. Dann begann er mit müder Stimme zu antworten: „Ich weiß es nicht. Aber wenn ist es doch schön, oder nicht? Chase kommt damit auch zurecht.“ Die Rede war von Henry´s Genen. Denn er war ein Tera-Mensch. So wurden jene Menschen bezeichnet die mit einer Fähigkeit geboren werde, die andere nicht haben. Einer Fähigkeit die durchaus gefährlich sein kann und die schon oft für kriminelle Machenschaften missbraucht wurden und nachdem diese Fähigkeiten öffentlich wurden drängten die Länder darauf, dass diese Tera-Menschen sich zu erkennen geben, damit alle Ihre Fähigkeiten analysiert und registriert werden konnten. Auf diese Weise versuchten die Regierungen der Länder, wie Sie immer publik machten, die Kriminalität durch Tera-Menschen zu vermindern. Doch viele Ländern versuchten diese Fähigkeiten zu kopieren und für sich zu nutzen, aber all das war Henry egal. Er war mit seinem Leben zufrieden und glaubte daran, dass seine Kinder ebenso glücklich werden können wie er, auch wenn Sie anders waren. Also ließ er Mary mit ihren Sorgen alleine und schlief ein. Mary dachte noch eine Weile nach was ist wenn er auch ein Tera-Mensch ist und welche Fähigkeiten er haben würde, allerdings war Sie sehr erschöpft und schlief bald darauf ein.

Nur wenige Wochen nach Aaron´s Geburt begab man sich mit ihm zum Arzt. Man wollte testen lassen, ob er ebenfalls das fehlerhafte Tera-Gen hat, welches für die besonderen Fähigkeiten sorgte. Nachdem der Arzt dem kleinen Baby ein wenig Blut abgenommen hatte und ein paar Tests durchgeführt hatte kam die Assistentin zu Henry und seiner Frau. „Wir werden die Proben gründlich analysieren und geben Ihnen danach Bescheid Mr. St. John!“ Henry nickte freundlich und sah zu Mary, die besorgt aussah. Henry wusste wieso und rief die Assistentin noch einmal zurück und begann mit leiser Stimme „Ähm...meine Frau und ich würden diese Untersuchung und die Ergebnisse gerne vertraulich behandeln. Wir möchten nicht, dass er der Öffentlichkeit so ausgeliefert ist, falls der Test positiv ausfällt.“ „Oh natürlich Mr. St. John! Wir bringen Ihnen die Ergebnisse persönlich vorbei.“ sagte die Assistentin mit freundlicher Stimme und ging wieder in das Behandlungszimmer und ließ das Ehepaar mit dem kleinen Baby im Warteraum zurück.

Zurück in den eigenen vier Wänden übergab Mary den kleinen Aaron einer der Dienstmädchen und bat Sie darum, dass Sie Aaron ins Bett bringen möge. Sie sah den beiden hinterher, bis sie den Raum verlassen hatten. Dann versank Sie in Henry´s Armen. Die beiden standen einfach nur da. Erschöpft, glücklich und schweigend.
Doch plötzlich wurde die Stille von einem lauten Knall gebrochen. Die beiden Eltern zuckten zusammen, behielten jedoch die Ruhe und schritten Hand in Hand durch einen breiten Flügel bis hin zu einer großen Tür aus Stein. Sie öffneten Sie und traten ein. In dem Moment rannte Jon, ein muskulöser junger Mann auf Chase zu. Er hielt einen großen Stock und einen Schild in den Händen. Chase spannte seinen ganzen Körper an und wie aus dem Nichts brannte in seinen Händen ein Feuer. Chase schleuderte den Feuerball auf Jon, der sich hinkniete und das Schild schützend vor sich hielt und mit einem erneuten Knall und einem großen Feuerball krachte der Flammenball auf das Schild und schleuderte Jon einige Meter nach hinten. Sein Schild war stark beschädigt und einige Splitter des Holzes flogen durch den Raum, direkt auf Mary und Henry zu. Henry stellte sich blitzschnell, schützend vor Mary und mit ein paar leisen Tönen prallten alle Splitter an ihm ab. Er war auf einmal in ein helles Silber getaucht. Sein ganzer Körper schien aus einem einzigen Metall Block zu bestehen, und ebenso schnell wie er diese Form angenommen hatte verlor er Sie auch wieder. Das Silber wich seiner normalen Hautfarbe und Henry begann zu lachen.
„Da kam dem kleinen wohl eine zündende Idee nicht wahr Jon?“ sagte Henry. Jon erhob sich und antwortete mit keuchender Stimme „Ja Sir. Chase hat sich sehr verbessert. Er kann das Feuer schon sehr gut kontrollieren und Attacken wie diese gelingen im immer häufiger! Er ist unglaublich stark für sein Alter“. Alle Augen waren nun auf Chase gerichtet, der lächelnd aber völlig außer Atem auf der anderen Seite der großen Halle stand, in der Sie sich befanden. „Nun gut“, fuhr Henry fort, „trainiert noch ein wenig, aber brennt mir nicht das Haus ab.“ Mit diesen Worten verschwanden Henry und Mary wieder und Sie gingen zurück in die große Eingangshalle.

Es vergingen einige Tage, die Mary wie Wochen vorkamen, ehe es an der Tür klopfte und ihr Arzt davor stand.
Robert führte ihn in die Bibliothek und brachte ihm einen Tee. Es dauerte nicht lange da gesellte sich die Familie St. John dazu. „Nun Mr. und Mrs. St. John wie geht es dem Baby? Es sieht gut aus. Und ist für sein Alter schon relativ groß.“ begann der Arzt. Henry lächelte und antwortete ihm „Ja ein kleiner Prachtkerl! Er hat einen gesunden Appe...“ „Entschuldigt!“, fuhr Mary ihm ins Wort, „ich würde jetzt gerne erstmal das Ergebnis erfahren.“ „Selbstverständlich. Entschuldigen Sie bitte! Nun ich habe die Proben genau untersucht und ich hab das Tera-Gen entdeckt. Das bedeutet er wird früher oder später ebenfalls eine besondere Fähigkeit oder Eigenschaft entwickeln.“ Henry nahm es mit Freude zur Kenntnis. Er mochte den Gedanken, dass seine beiden Söhne etwas ganz besonderes waren. Und das sie ebenso sind wie er.
Mary dagegen wirkte erschrocken und enttäuscht. Ihr Bruder wurde vor einigen Jahren von einer Gruppe Jugendlicher zusammengeschlagen und getötet, weil er ein Tera-Mensch war. „Mach dir keine Sorgen Mary.“, unterbrach Henry ihre Gedanken, „nur knapp 20% aller Tera-Menschen haben ein Betha-Gen!“ Mary wirkte wenig beruhigt. Der Arzt ergriff das Wort: „Genaugenommen müssen sie sich gar keine Sorgen machen. Das Betha-Gen, welches dazu führt, dass ein Mensch sich äußerlich verändert lässt sich mit Hilfe der heutigen Technik bereits im Kindesalter erkennen und bei Ihrem Sohn wurde es nicht entdeckt. Er wir also aufwachsen und vor allem aussehen wie ein ganz normaler Junge“ Nun wirkte Mary wesentlich ruhiger und der Schock wich der Erleichterung.
Die folgende Stunde lauschten die beiden dem Arzt und hörten sich noch einige Ratschläge an, wie man am besten damit umgeht, doch da sowohl Henry als auch Chase das Tera-Gen haben sind sie geübt darin, damit zu leben.
Robert unterbrach das Gespräch, indem er dem Raum betrat und Henry auf das Meeting mit Regis international hinzuweisen, welches in 2 Stunden beginnt. Also verabschiedeten sich Henry und Mary von ihrem Arzt, brachten ihn zur Tür und sahen zu wie er zu seinem schwarzen Geländewagen ging der vor der Tür stand. Mary trat zwei Schritte vor und rief: „Wissen Sie welche Fähigkeit er haben wird?“ „Nein“, antwortete der Arzt, „das bleibt dem Schicksal überlassen und wird sich erst mit der Zeit zeigen.“ Er winkte noch einmal und fuhr davon. Während Henry rasch ins Haus ging um sich fertig zu machen, verharrte Mary noch eine Weile vor der Tür und dachte nach. Sie dachte daran wie wohl die Zukunft ihrer Kind aussehen würde und was das Schicksal für sie bereithalten würde.
2.Kapitel

Schatten der Vergangenheit

Es war dunkel. Das einzige was man sah waren tobende Flammen! Flammen die nur kurz aufschreckten, den Raum mit Lärm und Licht erfüllten, die dann aber verschwanden und den Raum wieder in ein tiefes schwarz hüllten.
Ein paar Stimmen hallten aus einem der großen Hallen in der Nähe. Aaron sah sich um. Hörte genau hin und folgte den Stimmen. Sie führten ihn in eine große Halle, die nur schwach beleuchtet war. Aaron schüttelte den Kopf, weil er alles nur verschwommen sah. Er kniff die Augen zusammen und riss sie danach wieder weit auf, dann sah er die Quelle der Stimmen. Zwei Personen standen einige Meter weiter weg von ihm, hinter einem großen Container. Am Ende der Halle stand jemand. Man konnte nicht sehen wer, nur seine Silhouette zeugte von seiner Anwesenheit. Weiter vor ihm standen zwei Gestalten, die immer wieder mit Pistolen in Richtung des Containers schossen. Aaron blickte zu den zwei Personen, einer Frau und einem Mann. Dann zu den beiden Schützen und wieder zu den beiden Personen, die nach wie vor hinter dem Container hockten und bei jedem Schuss zusammen zuckten und die Hände schützend über den Kopf hielten. „Lauft!“ schrie Aaron. „Los! Raus hier!“
Die beiden zögerten kurz. Dann rannten sie zum Ausgang. Die beiden Gestalten nahmen sie ins Visier, doch bevor sie schießen konnten stand Aaron plötzlich vor ihnen und griff sie an. Er trat dem ersten gegen das Schienbein und schlug ihm ins Gesicht. Dann griff er seine Waffe, drehte sich und feuerte sie mehrmals auf den zweiten ab. Das laute Knallen hallte durch die Hallen. Die leeren Hülsen schlugen mit einem vergleichsweise leisem Klingen auf den Boden auf und der Mann brach zusammen. Aaron verschwand. Und tauchte in Bruchteilen einer Sekunde später drei Meter hinter dem zweiten Mann wieder auf. Er nahm Anlauf, sprang hoch und schlug ihm mit aller Kraft ins Gesicht. Der Mann taumelte zurück und schlug blind um sich. Doch Aaron duckte sich und stieß mit seinem Knie in den Magen des Mannes. Doch ehe er einen weiteren Treffer landen konnte schoss ein gleisendes Licht an ihm vorbei. Aaron fuhr herum und sah wie die Frau und der Mann, die Richtung Ausgang liefen, von dem Licht erfasst wurden und im Zentrum einer Explosion verschwanden. Aaron war benommen. Er stand nur da und starrte in die Flammen der Explosion. Erst als die Gestalt am anderen Ende der Halle seinen Namen rief erwachte er. Er blickte zu der Gestalt und sah wie sie näher kam...

Aaron fuhr erschrocken hoch. Er war leicht verwirrt und schwitzte vor Aufregung. Die alte Damen die neben ihm saß, sah ihn verdutzt an, widmete sich dann aber wieder ihrer Zeitschrift. Aaron realisierte langsam, dass es nur ein schlechter Traum war. Nur ein Traum. Ein Traum der leider real war.
Er blickte sich um und sah sich die verschiedenen Menschen an. „Liebe Fluggäste des Fluges E210 von London nach Los Angeles, hier spricht ihr Kapitän. Wir haben den größten Teil der Reise hinter uns und auch das Unwetter legt sich. Genießen Sie die restlichen vier Stunden Flugzeit. Ping“. Aaron hörte aufmerksam zu, lehnte sich zurück und schaute auf den kleinen Fernseher vor ihm. Der Reporter stand vor einem Gebäude mit der Aufschrift „World Energy“. „...Nach nun langen Diskussionen ist es amtlich. Nach dem Tod des Milliardärs und Wohltäters Henry St. John wird sein Sohn Chase das Unternehmen übernehmen und leiten. Nachdem bekannt wurde, dass Chase St. John sich mit einigen zwielichtigen und kriminellen Personen umgab und er verdächtigt wurde für die Explosion in den Lagerhallen des „World Energy“-Konzerns verantwortlich zu sein wurde das Verfahren wegen mangelnden Beweisen eingestellt und Chase erklärte, dass er den Konzern übernehmen will. Der Milliardärssohn ist der einzige Anwärter auf das Milliardenerbe, nachdem sein Bruder Aaron nach der Explosion für tot erklärt wurde. Ob er bei der Explosion...“
Aaron stellte den Fernseher aus und lehnte sich wieder in den Sitz. Er wirkte nachdenklich. Er hatte tiefe schwarze Augenringe und wirkte verwahrlost. Er trug einen Grünen Pullover und eine schwarze Hose die ein paar Löcher aufwies. Seine Sportschuhe waren schmutzig und wirkten mehr kaputt als ganz. Seine Haare waren länger als sonst und auch das tiefe braun seiner Haare schien zu verblassen. Er rieb seine Hände durch sein Gesicht, wobei die Stoppel seines Bartes an seinem Handballen kratzten. Er starrte einen Moment ins Leere eher er ein schwarzes Buch hervor holte und es auf den Tisch vor ihm legte. Er schlug es auf und blätterte es durch. Es war leer. Er schlug die erste Seite auf, und blätterte es von vorne nach hinten durch und nun konnte man sehen, dass doch bereits ein paar Seiten beschrieben waren. Es war Aaron´s Handschrift. Man erkannte es an seinem „L“ das eher aussah wie ein misslungenes „h“ und an dem schwungvollem „D“ was er schrieb. Als Aaron eine Seite aufschlug die noch unbeschrieben war zückte er aus seiner Tasche einen Füller, strich mit der Hand noch einmal über das Papier um den Dreck von der Seite zu wischen und dann begann er zu schreiben.

Noch immer habe ich diese Alpträume. Immer wieder spielen sich in meinem Kopf diese Szenen ab. Ich hätte schneller sein müssen um ihn zu stoppen.

Er machte eine Pause und atmete tief ein und aus ehe er sich wieder dem Buch widmete.

Nachdem ich einige Zeit hatte um alles zu realisieren wurde mir bewusst, dass ich ihn hätte stoppen können. Früher.
Dann würden Laura und Eric noch leben.
Naja....Wir haben den 3. Oktober 2012 und ich befinde mich auf dem Weg nach Los Angeles. Es ist nun schon einige Wochen her. Ich frage mich seitdem oft, was Robert meinte mit „Es ist noch nicht an der Zeit“. Meinte er dass es noch einiges gibt was ich lernen müsste?. Vielleicht war es wirklich das beste London zu verlassen. Robert sagte ich solle nach LA reisen und dort mit einem Kerl namens Jaime reden und dass er mir weiterhelfen kann. Mich beschäftigte eine lange Zeit die Frage wieso Robert wollte, dass ich einer direkten Konfrontation mit Chase aus dem Weg gehe. Ich wusste nie was er meinte, als er sagte, dass „man Chase die Grundlage nehmen muss. Man müsse ihn seiner Ressourcen berauben, denn dadurch wird er erst verwundbar“. Aber mittlerweile wurde mir klar, dass er recht hat. Ich muss ihm erst seine Freunde nehmen. Ich muss sein Geld nehmen. Ich muss ihm alles nehmen was er hat, denn erst dann wird er angreifbar.

Während Aaron schrieb merkte er wie Wut in ihm aufstieg. Seine Miene verfinsterte sich und man konnte sehen wie jeder Muskel seines Körpers sich anspannte. Er atmete tief durch und blickte auf das Buch. Nach einem Moment klappte er es mit einem Kopf schütteln zu und packte es wieder in die Tasche. Er blickte aus dem Fenster und starrte in das helle Blau des Himmels. Er schloss die Augen und schlief ein. Mit der Hoffnung, dass sich alles so entwickelt wie geplant und mit der Angst, dass genau das nicht passiert.

Als er wenige Stunden später am Gepäckband stand und nach seinem Koffer Ausschau hielt fühlte er sich so als hätte er drei Tage auf hartem Stein schlafen müssen. Er blickte gedankenverloren auf die verschiedenen Gepäckstücke die an ihm vorbei kamen. Fast hätte er seine eigene Tasche übersehen. Doch er erreichte sie noch rechtzeitig und er warf sich die Sporttasche über die Schulter und folgte den Schildern zum Ausgang. Als er ins Freie trat zog er einen Zettel aus seiner Tasche. Er stieg in ein Taxi und nannte dem Fahrer die Adresse die auf dem Stück Papier stand. Dieser nickte und fuhr ohne ein Wort zusagen los.
Während der Fahrt bestaunte Aaron die Stadt. Überall waren teure Villen und schon fast jeder dritte Wagen war ein Sportwagen von Porsche oder Ferrari. Und obwohl er das von seiner Heimat gewohnt war, war er fasziniert. Vielleicht weil es ihn ein Stück weit an die Heimat erinnerte. Während er so aus dem Fenster des Taxis guckte wurde ihm bewusst, dass er noch nie in LA war. Doch noch bevor er diesen Gedanken ausführen konnte hielt das Taxi und der Fahrer verlangte sein Geld. Aaron zückte ein paar Scheine aus der Tasche. „Gehen auch Pfund? Ich habe nur Pfund und keine Dollar!“ sagte Aaron mit zögerlicher Stimme. Der Fahrer nickte mit einem gezwungenen Lächeln und Aaron gab ihm seinen Lohn und stieg aus.
Er stand vor einer Kneipe oder einem Pub. Es wirkte eher wie eine Biker Bar. Die Fassade des Hauses war herunter gekommen und die schwarze Farbe blätterte an einigen Stellen schon ab. Die Fenster waren teilweise verschmutzt, sodass man nicht rein gucken konnte, wobei Aaron das für Absicht hielt, denn wer weiß wer so alles da drin ist und was da für krumme Dinger laufen. Aaron schaute auf die Leuchtreklame die über dem Haus hing. „Illusion“ konnte er lesen. Aaron begann zu Zweifel ob es das richtige war was er tat. Vielleicht sollte er einfach nach London zurückkehren. Er schaute sich um.
Er beobachtete ein Paar was Hand in Hand an ihm vorbei ging und er sah die vielen Autos die an ihm vorbei flogen. Er blickte nach oben und sah sich die Wolken an, als ob er Gott nach einem Zeichen fragen würde. Aaron wurde wieder bewusst, dass er gar kein religiöser Mensch ist, also senkte er den Blick wieder, doch stieß er dabei auf ein Straßenschild.
„One Way“. Aaron schmunzelte und begab sich zu der Tür der Kneipe.


Als er eintrat war die Kneipe bis auf ein paar stille Gesellen leer. Überall standen kleine Tische mit alten Bänken. An den Wänden hingen alte Bilder und Zeitungsartikel und im hinteren Teil der Kneipe sah Aaron zwei Männer die Billard spielten. Ein älterer Mann mit grauem Bart und sehr ausgewaschenen und dreckigen Klamotten musterte ihn von seinem Platz an der Bar aus. Aaron fühlte sich nicht sehr wohl dabei, doch auch wenn ihm unbehaglich wurde und er den Drang hatte sich eine ansprechendere Gesellschaft zu suchen begab er sich zur Bar. Er stellte seine Tasche ab und setzte sich auf den Barhocker. Er hatte gelernt sich unauffällig zu verhalten und praktisch zu verschwinden, doch in diesem Moment vergaß er alles was er gelernt hat. Er war nervös und bewegte sich viel auf seinem Hocker hin und her. Er schaute sich immer wieder um und versuchte jedem Blick auszuweichen der ihn traf. Aaron zuckte vor Schreck ein wenig zusammen als ihn plötzlich die Barkeeperin ansprach. „Was darf es sein?“, fragte sie mit freundlicher aber bestimmter Stimme. Aaron zögerte einen Moment, dann lehnte er sich nach vorne und sprach so leise, dass es einem Flüstern glich. „Ähm...ich suche....ich suche Jaime!“ Die Frau hinter der Theke blickte auf und musterte ihn mit skeptischen Blick. „Wieso?“, fragte sie Aaron. „Ich muss mit ihm sprechen! Ich brauche seine Hilfe und Robert sagte er würde hier sein“, antwortete Aaron. Er blickte die Barkeeperin an. Die Frau verharrte einen Moment, dann wanderte ihr Blick zu einem Tisch am Fenster an dem ein Mann saß. Aaron folgte diesem Blick und musterte den Kerl. Er war vornehmen angezogen. Mit einem teuer aussehendem Anzug und einer gepflegten Frisur. Er hatte sein dunkelblondes Haar mit hellen blonden Strähnchen versehen lassen und es nach hinten gekämmt. Der Mann drehte langsam den Kopf und sah Aaron an. Die eiskalten blauen Augen bohrten sich förmlich in Aarons Körper und er fühlte das gleiche Unbehagen wie schon zu Beginn, als er in die Kneipe kam. „Robert Lang?“ fragte der Mann mit einer ruhigen und sanften Stimme. Aaron hatte für einen Moment das Sprechen verlernt, doch dann schoss es aus ihm heraus „JA! Lang...Robert Lang. Aus London...“.
Aaron konnte sehen wie der Mann anfing zu lächeln. „Ich habe von Robert lange nichts mehr gehört. Wie geht es ihm? Fragte der Mann weiter. Aaron starrte weiter auf den Mann und antwortete mit einer verstellt klingenden Stimme „Oh ganz gut. Er lebt in London...und er arbeitet dort...“ Aaron stockte. Er setzte neu an „Es geht ihm gut.“, sagte er nun kurz und knapp.
Der Mann lachte leise und schaute aus dem Fenster. Er wirkte nachdenklich. Dann schaute er wieder Aaron an und sagte: „Okay du suchst Jaime. Ich bin Jaime! Komm her und wir reden. Selen?! Mach uns doch einen Kaffee.“
Aaron bewegte sich steif und unbeholfen als er seine Tasche packte und zu Jaime an den Tisch ging. Er setzte sich langsam und unsicher hin. Er saß nun Jaime gegenüber und erst jetzt viel ihm auf, dass Jaimes Augenfarbe sich permanent änderte. Von Blau zu Grün und von Grün zu Gelb. Es war faszinierend und beängstigend zu gleich und Aaron konnte den Blick nicht von ihm abwenden. „Sind es meine Augen die dich so fesseln?“ unterbrach Jaime seine Gedanken. Aaron fing sich „Ja“, sagte er, „Sie sind so...so anders. Sehr faszinierend“.
Jaime zog sich eine schwarze Sonnenbrille an, sodass man seine Augen nicht mehr sehen konnte. „Du weißt ja bestimmt, dass es bei manchen Menschen vorkommt, dass sie ein Tera-Gen entwickeln und dass es das Alpha und Betha Gen gibt nicht wahr?“ fragte Jaime. „Äh Ja. Das Alpha-Tera-Gen schafft eine innere Fähigkeit, eine die äußerlich nicht sichtbar ist, wie zum Beispiel das erschaffen und manipulieren von Flammen. Es ist eine flüchtige Fähigkeit. Das Betha-Gen dagegen ist dauerhaft, das heißt die Person hat ebenfalls eine besondere Fähigkeit, allerdings ist diese an seinem äußeren zu erkennen und kann von der betreffenden Person nicht entfernt bzw. verborgen werden wie zum Beispiel Flügel oder...oder Augen“ antwortete Aaron mit monotoner Stimme. „Ganz genau.“, Sagte Jaime mit einem Grinsen im Gesicht, „und ich habe genau wie du ein Tera-Gen, nur habe ich ein Betha-Gen und du ein Alpha-Gen Aaron.“ fuhr er fort. Aaron sah Jaime verwundert an. „Woher wissen sie, dass ich ein Tera-Gen habe und woher kennen sie meinen Namen?“ fuhr Aaron ihn nun mit selbstbewusster Stimme an. „Er sieht es!“ sagte Selen, die gerade den Kaffee auf den Tisch stellte und dabei Jaime angrinste, „Er hat die Fähigkeit die Dinge zusehen wie sie sind“. Jaime funkte ihr dazwischen „Danke Selen!“, sagte er mit freundlicher Stimme und grinste zurück. Aaron saß nur da. Perplex. Und ein wenig hilflos. Selen setzte sich neben Jaime. Und alle schwiegen für einen Moment. Jaime war es der die Ruhe wieder brach. „Ja!“ sagte er. Aaron schaute ihn fragend an. „Ich weiß, dass du Aaron St. John bist, ich weiß das Robert dir gesagt hat, dass ich ihm einen Gefallen schulde und dass ich dir helfen würde und ich weiß, dass du hier bist um mich zu fragen, ob ich dir helfen werde und die Antwort ist ja!“ erklärte er. Aaron fühlte sich wehrlos. Wer war dieser Kerl, dass er alles wusste? Er hatte niemandem gesagt was er hier will und doch wusste er es. Der Kerl schien alles zusehen. Die Vergangenheit und die Gegenwart. Ob er auch die Zukunft sehen kann?
Erneut wurde sein Gedankengang unterbrochen „Also es ist so: Das was wir hier machen ist nicht unbedingt legal. Genaugenommen ist es ziemlich illegal! Ich suche Leute die Aufträge erfüllen und dafür das Leben anderer und ihr eigenes auf das Spiel setzen. Ich melde mich und du tust was ich sage. Es ist Arbeit manchmal macht sie Spaß und manchmal eben nicht. Ich sage dir nicht wie du es tun sollst ich will nur dass es getan wird und ich kann dir nicht versprechen, dass es immer einfach wir, was ich dir aber versprechen kann ist ein garantierter fünfstelliger Betrag pro Auftrag! Dafür muss es schnell gehen, es muss sauber sein und keiner darf erfahren wer ihr seid oder wer ich bin. Wenn du redest sehe ich das und dann bist du der nächste Auftrag. Also bist du dabei?“
Die Worte prasselten nur so auf Aaron ein. Er war gar nicht im Stande zu reagieren, geschweige denn zu antworten. Er saß einfach nur da und verarbeitete die Informationen. Jaime muss ihm seine Ratlosigkeit angesehen haben, denn er lehnte sich nach vorne und redete mit beruhigender Stimme auf Aaron ein „Aaron. Ich besitze die Gabe die Dinge zu sehen! Ich sehe wie du mit Robert redest und wie du voller Zorn nach Rache suchst und er dich bremst. Ich bewundere deine Ruhe, denn nicht jeder kann auf Rache verzichten, vor allem dann nicht, wenn der eigene Bruder einem die Verlobte und den besten Freund nimmt, aber du hast dich beruhigt und hast überlegt gehandelt. Du wolltest lernen! Du wolltest lernen besser zu werden, stärker zu werden, grausamer zu werden. Und jetzt sage ich dir was: Ich kann dich zu dem machen der sie alle in den Schatten stellt. Zu dem, dessen Fähigkeit ein unvorstellbares Level erreicht. Aber dafür musst du bereit sein zu lernen, zu kämpfen und zu töten.“. Jaime sah in an. Der Blick war ernst und eiskalt. Jaime gab Selen ein Zeichen und sie beide standen auf. Jaime stand nun neben Aaron und legte seine Hand auf Aaron´s Schulter. „Du musst dich entscheiden. Selen wird dir noch einige Dinge erklären. Bedingungen für deinen Arbeitsvertrag wenn du so willst.“ sagte Jaime zu ihm und ging hinaus.

Selen setzte sich wieder hin und schaute Aaron mit einem nachdenklichen Gesicht an. Sie wollte etwas sagen doch wusste sie nicht was. „Ist es schwer?“, fragte Aaron sie plötzlich. Selen dachte kurz über ihre Antwort nach „Der Anfang schon. Du musst lernen das volle Maß deiner Kräfte zu nutzen und du musst bereit sein andere zu täuschen und zu verletzen.“ Aaron nickte. Er sah aus dem Fenster und sein Blick hielt erneut bei dem Straßenschild „One Way“. Er blickte wieder zu Selen und sagte „Ich bin hier hin gekommen weil ich mich rächen will. Ich will mich rächen und dafür muss ich jemand anderes werden und wenn das bedeutet das Unschuldige leiden müssen...“ „Nein.“, entgegnete Selen „diese Menschen sind nicht unschuldig. Sie mögen nach außen wie Wohltäter wirken, aber im Grunde sind sie nur Menschen die andere ausbeuten. Wir sorgen wieder für ein Gleichgewicht und beseitigen all diese, die meinen sich über uns stellen zu können. Wir werden verachtet und zum Tode verurteilt für das was wir tun, doch wir tun das Nötige! Der Mensch ist eine sich selbst zerstörende Art und wir zögern ihre vollkommene Zerstörung hinaus, indem wir die Welt von jenen befreien, die sie zerstören wollen. Sie verdienen den Tod“. Selen hatte erst jetzt gemerkt, dass sie lauter gesprochen hatte als gewollt und dass sie sich in einen Rausch geredet hat. Sie sah Aaron nun mit einem verlegenen Blick an. Aaron war in Gedanken versunken. Für eine Weile saßen die beiden nur da. Dann stand Aaron auf und ging zur Tür, er öffnete sie blieb aber im Türrahmen stehen „Verdient nicht jeder den Tod aus Sicht von irgendjemand?“, sagte er, „Ich bin dabei.“ Dann verließ er die Kneipe und ging die Straße runter. Selen dachte über Aarons Worte nach. Dann begann es zu regnen. Innerhalb von Minuten regnete es in Strömen und in der Ferne sah sie Aaron hinterher, der im Regenschleier verschwand.


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